Für mehr Integration behinderter Menschen in die Wirtschaft

Ein lächelnder Mann, im Hintergrund verschwommen mehrere Mitarbeiter
09. Juni 2016

!nkA-Projekt: 6. Treffen bei KfW

„Ich habe meine Traumstelle bekommen“, so Katharina Körner beim !nkA-Projekttreffen, das gestern bei der KfW Bankengruppe in Frankfurt stattfand: Als erste Teilnehmerin schloss sie ihre Ausbildung im Rahmen von !nkA ab – mit Note 1. Mittlerweile wurde die junge Frau übernommen und arbeitet als Teamassistentin in der KfW-Rechtsabteilung. Über aktuelle Entwicklungen inklusiver Ausbildung tauschten sich Beteiligte und Interessenten beim 6. Treffen des UF-Projekts „!nklusive Ausbildung“ aus.

„Die Rückmeldungen aus den Unternehmen und von Partnern zeigen, dass !nkA zum Vorbildprojekt in der inklusiven Ausbildung von Jugendlichen geworden ist“, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des UnternehmensForums Reinhard Wagner, der sich bei Projektleiterin Annetraud Grote (Paul-Ehrlich-Institut) bedankte. 2013 bis 2015 wurden in den Partnerunternehmen 38 neue Ausbildungsplätze für Jugendliche mit Behinderung geschaffen, drei Auszubildende – darunter Katharina Körner – haben ihre Ausbildung bereits vorzeitig abgeschlossen. Die Erfahrungen der Arbeitgeber sind positiv. Die eigentliche Herausforderung liege häufig eher darin, genügend Bewerbungen von Jugendlichen mit Behinderung zu bekommen.

Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ausbilden

Auch über die inklusive Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen oder Lernbehinderungen tauschten sich die Projektbeteiligten aus. Arbeitgeber und Kollegen könnten ihre Verunsicherung gegenüber solcher Handicaps abbauen, wenn sie sich bewusst machen, dass jeder Mensch einen gewissen Grad psychischer Verwundbarkeit besitzt, so der Leiter der Integrationsfachdienste Rhein-Main Christopher Weber. Er betonte, dass Arbeit gerade für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen Identität und Struktur schafft – und dass !nkA dazu beiträgt, eine solche Normalität herzustellen. „Das tut allen Beteiligten gut“, so Weber abschließend.

Ein Fazit, das auch Viktor Piel, IHK für Rheinhessen und Lena Bergs von der Universität zu Köln, die die !nkA-Projektevaluation vorstellte, in ihren Vorträgen zogen. Sie machten deutlich, dass „Inklusion von Auszubildenden mit Behinderung“ vorallem dann verbessert werden kann, wenn verschiedene Netzwerkpartner gemeinsam daran arbeiten. Die !nkA-Auszubildenden werden deshalb im Rahmen von Azubi-Treffen weiter auf ihrem Weg in die vollständige Berufstätigkeit begleitet. Ihr Wunsch ist es, dass !nkA auch in Zukunft Ausbildungsplätze für Jugendliche mit Behinderung schafft.