Für mehr Inklusion behinderter Menschen in die Wirtschaft

Das UnternehmensForum hat aktuelle Entwicklungen im Blick: Egal ob inklusionsstarke Veranstaltungen oder neue Projekte, hier finden Sie aktuelle Informationen aus dem Tätigkeitsbereich der Arbeitgeberinitiative.

Behinderten-Piktogramm und Logo von Human Ressources Manager
27. April 2017

Best Practice besser als gesetzliche Regularien

Stellungnahme des Vorstandsvorsitzenden Olaf Guttzeit

Menschen mit Behinderung und Karriere – mit diesem Thema beschäftigte sich jetzt das Online-Magazin Human Resources Manager und sprach darüber mit Raúl Krauthausen, Buchautor und Gründer des Vereins Sozialhelden. Krauthausen kritisierte, dass es viele Unternehmen vermeiden, Menschen mit Behinderung einzustellen: „Solange es so billig ist, sich nicht mit behinderten Arbeitnehmern zu beschäftigen, tun es Unternehmen auch nicht.“ Er forderte, dass „Unternehmen gezwungen werden, ihre Quote an schwerbehinderten Arbeitnehmern zu erfüllen.“ Olaf Guttzeit, Vorstandsvorsitzender des UnternehmensForums, bezieht dazu Stellung.

„Menschen mit Behinderungen leisten hervorragende Arbeit. Das Engagement von Sozialhelden-Gründer Raúl Krauthausen beweist das eindrücklich: Es zeigt, dass Menschen mit Behinderungen wertvolle Kolleginnen und Kollegen, Fach- und Führungskräfte für Unternehmen sind. Viele Arbeitgeber haben das bereits erkannt und gehen mit gutem Beispiel voran. Aber es sind immer noch zu wenige Unternehmen. Hier gibt es noch einiges zu tun. Allen voran müssen Barrieren in den Köpfen überwunden werden, damit Inklusion gelebte Praxis wird. Fraglich ist aber, ob eine Verschärfung der gesetzlichen Regularien oder eine Anhebung der Ausgleichsabgabe dazu beitragen können. Beide Instrumente setzen den Fokus darauf, dass die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen eine wichtige Sozialaufgabe ist – statt darauf, dass Inklusion sich auch wirtschaftlich lohnt, weil Unternehmen von den individuellen Kompetenzen und Fähigkeiten ihrer Mitarbeitenden mit Behinderungen profitieren. Das entspräche jedoch dem eigentlichen Inklusionsgedanken im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention.

Die wirksamste Motivation zu mehr Inklusion im Arbeitsleben liefern die Arbeitgeber selbst – durch Best Practice Beispiele und erfolgreiche Strategien zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen. Das zeigen die Erfahrungen im UnternehmensForum. Denn solche Beispiele vermitteln praxisnah, dass von Inklusion in der Wirtschaft alle Beteiligten profitieren. Das ist übrigens keine Frage der Unternehmensgröße: Gute Beispiele gibt es in Unternehmen aller Größen und Branchen, wie die Preisträger des Inklusionspreises der Wirtschaft beweisen. Erhalten Arbeitgeber darüber hinaus unternehmensnahe Informationen und Beratung zur Ausbildung und Einstellung von Menschen mit Behinderungen, kann Inklusion in der Wirtschaft dauerhaft gelingen.“